"Helmstedter
Sonntag" - 08.04.2012
Im Fokus steht die Aufklärung
Afghanistan braucht weiterhin Hilfe
Von Katharina Olbrisch
HELMSTEDT. Im Rahmen der Sommervortragsreihe der
Politischen Bildungsstätte Helmstedt und
dem Reservistenverband der Kreisgruppe Südheide wurde vergangenen
Dienstag Abed Nadjib,
gesandter Botschaftsrat von der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan,
im Rathaus empfagen.
Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Helmstedt Margrit
Niemann begrüßte zusammen
mit weiteren politischen Vertretern des Landkreises sowie Vertretern des
Reservistenverbandes
Nadjib im großen Sitzungssaal, wo der Botschafter sich ins goldene
Buch der Stadt eintrug.
Niemann eröffnete das Treffen mit einer Vorstellung der Stadt Helmstedt,
deren wirtschaftliche Lage
und Stadtentwicklung. Dabei fokussierte Niemann hauptsächlich auf
den Status der Stadt als Synonym
für den größten Ost-WestÜbergang Europas sowie die
Bedeutung Helmstedts als Stadt der
Deutsch-Deutschen Einigung, die jährlich während der Universitätstage
im Juleum durch Vorträge,
Filmvorstellungen und Podiumsdiskussionen thematisiert wird.
Niemann ging zudem auf die acht Partnerstädte Helmstedts ein und
betonte, dass diese Freundschaften
Land und Kultur einander näher gebracht und Tolleranz gelehrt
haben".
Abed Nadjib zeigte sich beeindruckt von der Historie der Stadtund
sagte, es sei eine Ehre, eingeladen
worden zu sein. Gerade die Beziehung zu Deutschland sei für
ihn persönlich, der bereits seit dem
Jahr 1969 in Deutschland lebt, wie auch für das Land Afghanistan
von großer Wichtigkeit.
Er und sein Land seien Deutschland zu tiefstem Dank verpflichtet
- sowohl für die militärische als
auch für die finanzielle Unterstützung, die seit mehreren Jahren
geleistet werde.
Mit Blick auf die anwesenden Reservisten richtete er sein Beileid für
all diejenigen aus,
die Angehörige im afghanischen Einsatz verlieren mussten.
Afghanistan braucht den Frieden, betonte Nadjib mehrfach.
Nicht nur für das Land selbst,
sondernfür das Zusammenleben auf der ganzen Welt sei die Befreiung
vor der Angst des Terrorismus notwendig.
Dazu müsse noch ein weiter Weg gegangen werden, der ohne Unterstützung
nicht zu meistern sei.
Afghanistan stünde erst am Anfang und brauche Hilfe beim Wiederaufbau,
der vor allem mit Bildung
und Aufklärung zu realisieren sei.
Frieden und Demokratie muss erst bei den Menschen ankommen,
denn zu lange habe das Volk
in einzelnenen Etappen - vom Widerstand gegen die Rote Armee, von den
Auswirkungen des
11. Septembers 2001 und von der Problematik der geographischen Lage des
Landes Afghanistans,
das zwischen dem Iran und Pakistan gelegen das Zentrum einer Krisenregion
bleibt - von den demokratischen Anläufen. Bis man zurück zu
den eigenen kulturellen Wurzeln gefunden hätte,
würde es noch dauern - momentan wird viel kopiert.
Zum Abschluss versprach der Botschafter an den diesjährigen Universitätstagen
teilzunehmen und
sprach den Wunsch aus, die deutsch-afghanischen Beziehungen mit einer
Partnerschaft zu stärken.
Zusätzlich zu dem Gespräch im Rathaus hielt Nadjib einen abendlichen
Vortrag Leben in Afghanistan:
Land - Leute - Kultur in der Politischen Bildungsstätte Helmstedt.
Dieser wurde vom Reservistenverband der Kreisgrupe Südheide initiiert,
um einen zivil-militärischen
Dialog zu fördern.
Für den 22. Mai ist der Vortrag Russland nach den Wahlen
von Margarete Klein von der Berliner Stiftung
Wissenschaft und Politik geplant.
Die Sommerreihe wird am 5. Juni von Stefan Schumacher, Magdeburger
außen- und
sicherheitspolitische Hochschulgruppe mit dem Vortrag Vom Cyberkrieg
und Cyberfrieden" beendet.
Abed Nadjib, gesandter Botschaftsrat von der Botschaft der Islamischen
Republik Afghanistan, freute sich, von Margrit Niemann, stellvertretende
Bürgermeisterin der Stadt Helmstedt, eingeladen worden zu sein und
trug sich ins goldene Buch der Stadt ein.
Foto: Katharina Olbrisch
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